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Beim 4. Kind die langersehnte Wassergeburt

  • Autorenbild: Monika Frey-Rahoui
    Monika Frey-Rahoui
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Moni begleitet uns schon seit der 2. Schwangerschaft, also seit 2010. Damals wollte ich auf keinen Fall nochmals ins Krankenhaus, nachdem die Geburt von Kind 1 alles andere als schön gewesen ist. Und so entschieden wir uns fürs Geburtshaus. 


Das Kind hatte andere Pläne, blieb in BEL sitzen und wir landeten im St. Josef, mit Moni im Schlepptau. Kind 3 hätte 2012 ebenfalls im Geburtshaus zur Welt kommen sollen, aber war viel zu flott. Bei Kind 4 hatten wir dann den Gedanken ans Geburtshaus aufgegeben und uns gleich für eine Hausgeburt entschieden. Leider endete diese Schwangerschaft 2014 mit einem Notkaiserschnitt in der 25. Woche und wir blieben eine 3-Kinder-Familie. Auch in dieser Zeit war Moni für uns da.


Und dann hielt ich überraschend im Sommer 2021 mit über 40 einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Moni war nach meinem Mann die zweite Person, die davon erfuhr. Aufgrund der Vorgeschichte wurde ich engmaschig im AKH überwacht. Dort wusste man nichts von den Hausgeburtsplänen, mein niedergelassener Arzt aber sehr wohl und der hatte nichts dagegen.


Die Schwangerschaft verlief alles in allem sehr unspektakulär, keine Symphysenlockerung wie beim ersten Kind, ein stures BEL-Kind oder eine Randsinusblutung wie beim dritten und irgendwann war es Februar.

Die großen Kids fuhren in den Semesterferien mit dem Onkel auf Skiurlaub und wir Eltern verbrachten ein paar letzte Tage in trauter Zweisamkeit.

Genau eine Woche vor EGT platzte die Fruchtblase kurz vor 18 Uhr, während ich auf der Couch lag und mir eine Serie über das Berliner Charité anschaute.

Mittags waren wir beim Asiaten gewesen und ich hatte mich dezent überessen. Hungrig war ich den ganzen restlichen Tag nimmer.


Wehen spürte ich zu dem Zeitpunkt noch keine, aber Moni machte sich trotzdem sofort auf den Weg. Ich blieb auf der Couch liegen, ganz nach Anweisung, und ließ es mir gut gehen. Früher oder später setzten dann doch erste Wehen ein, aber es dauerte noch etliche Stunden, bis sich merklich was tat. Moni hörte hin und wieder die Herztöne des Flohes ab, aber ansonsten wurde ich in Ruhe gelassen. Ich gehör zu der Sorte, die sich nicht gern berühren lässt und ich bin sehr froh, dass das von Moni immer problemlos akzeptiert worden ist. 


Dieses Mal sollte es endlich die langersehnte Wassergeburt werden, die ich mir seit dem ersten Kind gewünscht hatte. Dankenswerterweise kümmerte sich Moni darum, dass die Wanne blitzblank war und das Wasser die richtige Temperatur hatte.

So konnte ich dann in das herrliche Wasser eintauchen und es war genauso, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ich sass gefühlte Ewigkeiten darin (in Wahrheit vermutlich eine Stunde), veratmete die Wehen und versuchte mich zu entspannen. Zum Leidwesen meines Mannes gehörte da Hair Metal aus dem Internetradio dazu.

Moni war die ganze Zeit anwesend, kontrollierte ein oder zwei Mal die Herztöne und leistete mir Gesellschaft.


Dann nahm der Druck nach unten merklich zu, ich verspürte wie immer den Drang zu fluchen; ein untrügliches Zeichen bei mir, dass es jetzt ernst wird. Nur mit Hilfe konnte ich in eine Hocke kommen, aber auch das war zu schaffen.

Mit ein paar Presswehen schwamm der kleine Floh um 22.40  ins Leben, den ich hoch nahm, mich wieder in die Wanne zurück lehnte und zum ersten Mal anlegte.

Davon, dass irgendwann auch Rotraud aufgetaucht war, hatte ich kaum etwas mitbekommen.

Wir blieben in der Wanne, bis die Plazenta da war und übersiedelten dann frisch geduscht zurück ins Wohnzimmer, wo der Floh noch gewogen und gemessen wurde (3000g und 50cm, ein Normbaby sozusagen), bevor sich Moni von uns verabschiedete. I

Irgendwann standen dann die Geschwister mit dem Onkel im Zimmer und freuten sich riesig über den kleinen Floh und dann gings endlich ins Bett für uns alle. 


Moni besuchte uns in den nächsten Tagen täglich, bis eins der Kinder Covid nach Hause brachte und wir uns alle ansteckten. Danach hielten wir per Whatsapp Kontakt. Gewichtskontrolle konnte ich selber, da wir eine Waage da hatten und dass es mir soweit gut ging, konnte ich auch beurteilen. Moni leitete mich an, wie ich meinen Fundusstand selber kontrolliere. Aber nach Intensität der Nachwehen wäre es verwunderlich gewesen, wenn sich die Gebärmutter nicht wie erwünscht rückgebildet hätte. Aua ;) 




 
 
 

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Dipl. Hebamme Monika Frey-Rahoui
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