Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt das Baby.
- Monika Frey-Rahoui
- 30. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Bei Kind Nr 2 ist man etwas gefasster, man weiß was auf einen zukommt, wenn auch keine Geburt der anderen gleicht.
Auch bei unserem Sohn hatten wir Moni als Hebamme von Anfang an mit im Boot und das war für mich als Mama ein Geschenk – weil ich bereits von der ersten Geburt wusste – auf sie kann ich mich zu 100 Prozent einlassen und darauf vertrauen, dass sie mich gut begleitet.
Der Beginn der Wehen war diesmal anders, denn es galt noch das ältere Kind zu versorgen.
Moni riet mir bereits im Vorfeld, ich soll gut darauf schauen, denn nur wenn die älteren Kinder gut versorgt sind, kann Frau bei der aktuellen Geburt gut los lassen und sich dem Prozess hin geben.
Wahre Worte, wie ich dann selbst bemerkte. Ich hatte gegen Abend Wehen, die dann nachgelassen haben, als ich mich um das ins Bett Bringen der Großen gekümmert habe. Ich wollte sie gut begleiten, damit sie weiß, was los ist, sollte ich nachts nicht da sein, wenn sie munter werden sollte.
Sie schlief ein und ich legte mich ebenso hin.
Dann wurde ich gegen 2 Uhr nachts durch heftigere Wehen wach und weckte sowohl meinen Partner als auch Moni auf, die bereits auf Bereitschaft eingestellt war.
Dann ging es mitten in der Nacht mit gut ansteigenden Wehen ins Geburtshaus – einer mir sehr vertrauten Umgebung.
Dort angekommen, war alles vorbereitet, ich fühlte mich, als würde ich in ein Romantik Hotel einchecken und das ist kein Geplänkel, denn mir kam das wirklich so vor.
Es war dunkel, es brannten Kerzen und gedämpftes Licht, die Musik war sanft gemütlich und die Badewanne eingelassen.
Alle Anwesenden waren ruhig und diese Ruhe war genau das, was ich brauchte.
Da ging dann auch alles seinen Lauf und die Fruchtblase platzte im Geburtspool.
Dennoch wollte ich auch diesmal nicht darin bleiben, denn anscheinend fühle ich mich unter der Geburt an Land wohler als im Wasser.
Nach ziemlich heftigen Wehen ohne wirklichen Pressdrang wurde ich langsam unruhig, denn ich wollte mein Kind unterstützen, doch irgendwie ging es nicht so recht weiter.
Ich begab mich in alle empfohlenen Positionen, ohne den gewünschten Effekt, den ich bei der ersten Geburt erfahren habe.
Ich hatte mega starke Wehen, konnte aber nicht wirklich mit schieben.
Mir ging fast die Kraft aus, der ganze Prozess dauerte doch schon bis in der Früh.
Was mich, wie auch bereits bei der ersten Geburt unheimlich faszinierte, war die Ruhe von Moni, wenn auch sie wahrnahm, dass irgendwas nicht ganz so wollte wie ich.
Sie achtete auf meine Versorgung und darauf, dass ich bei Kräften blieb.
Sie war ganz bei mir, obwohl das bereits die zweite Geburt in Folge für sie war.
Ich war dann irgendwann so erschöpft und fragte mich, wo diese Geburt heute enden würde.
Moni nahm das anscheinend wahr und riet mir, mich mal aufrecht hinzulegen, sodass ich Kräfte sammeln konnte.
Ich lies los und dachte mir - ok ich mache da jetzt Pause, ich kann eh nicht mehr und plötzlich ergab sich alles wie von selbst: da waren die schon seit ein paar Stunden ersehnten richtig kraftvollen Presswehen, die meinen Kleinen Schatz zu uns auf die Welt gebracht haben.
Er hat sich seine Position selbst gewählt und ist in dem Moment gekommen, als ich dachte wir machen Pause.
Er wollte anscheinend selbstbestimmt sein – ein Charakterzug, den er bis heute hat.
Danke für diese Erfahrung.
Für mich bewahrheitete sich zum zweiten Mal folgender Satz: wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt das Baby.


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